Flucht mit Hindernissen: Ladendieb vergisst das Wichtigste

Flucht mit Hindernissen: Ladendieb vergisst das Wichtigste

Germersheim – Es gibt Ladendiebstähle, die professionell geplant wirken. Und dann gibt es diesen Fall.

Zwei Packungen Parfum sollen es sein. Schnell eingesteckt und raus aus dem Geschäft. Soweit zumindest der Plan. Doch dann macht das Geschäft einen Strich durch die Rechnung: Die Diebstahlsicherung schlägt Alarm.

Also nichts wie weg!

Der mutmaßliche Ladendieb ergreift die Flucht – zu Fuß. Was grundsätzlich keine schlechte Idee sein muss. Blöd wird es allerdings, wenn man bei der Flucht die eigene Tüte mit dem mutmaßlichen Diebesgut zurücklässt.

Noch blöder wird es, wenn sich darin auch noch persönliche Gegenstände befinden.

Und jetzt kommt der Teil, bei dem man sich durchaus fragen darf, ob jemand beim Fluchtplan vielleicht eine Kleinigkeit übersehen hat: Auch das Mobiltelefon blieb in der Tüte zurück.

Damit hatte die Polizei nicht nur die mutmaßliche Beute, sondern offenbar gleich noch eine ziemlich praktische Kontaktmöglichkeit.

Flucht beendet – Bier geöffnet

Allzu weit kam der Mann anschließend offenbar ohnehin nicht.

Die Polizei traf ihn wenig später auf dem Parkplatz eines Supermarktes an. Dort hatte der mutmaßliche Ladendieb offenbar bereits wieder zu seiner persönlichen Tagesplanung zurückgefunden: Bier trinken.

Der Atemalkoholtest ergab schließlich mehr als zwei Promille.

Man könnte also sagen: Der Mann hatte beim Einkauf offenbar eine klare Prioritätensetzung.

Parfum klauen, Tüte vergessen, Handy verschenken und anschließend mit über zwei Promille auf dem Supermarktparkplatz sitzen.

Wenn das ein ausgeklügelter Fluchtplan gewesen sein sollte, wäre die Frage interessant, wie der Plan ausgesehen hätte, wenn er tatsächlich schlecht gewesen wäre.

Die Polizei musste offenbar nicht lange ermitteln

Besonders viel Detektivarbeit dürfte in diesem Fall jedenfalls nicht erforderlich gewesen sein. Die zurückgelassene Tüte samt persönlicher Gegenstände und das anschließende Antreffen des Tatverdächtigen dürften die Ermittlungen zumindest nicht gerade erschwert haben.

Gegen den Mann wurde ein Strafverfahren wegen des Verdachts des Diebstahls eingeleitet.

Die Moral der Geschichte?

Wer schon auf die Idee kommt, Parfum zu klauen, sollte vielleicht zumindest daran denken, beim Weglaufen nicht seine komplette persönliche Ausstattung am Tatort zurückzulassen.

Denn manchmal ist die dümmste Spur nicht einmal eine Überwachungskamera.

Manchmal ist es einfach die eigene Tüte.

Quelle: Polizeidirektion Landau / Presseportal

André Braselmann

Ich bin unabhängiger freier Journalist aus der Verbandsgemeinde Rülzheim in der Südpfalz.

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