Die entscheidende Frage lautete:
Befindet sich möglicherweise ein Mitglied der Bundesregierung auf den Seychellen?
Die Antwort darauf liegt inzwischen vor.
Und sie fällt eindeutig aus.
Fakt: Kein Bundeskanzler und kein Minister an Bord
Das Bundesministerium der Verteidigung teilte auf Presseanfrage mit, dass sich die Global 5000 der Flugbereitschaft auf einem Trainingsflug von Ägypten nach Réunion befand.
Noch wichtiger: Nach Angaben des Ministeriums befand sich außer der Crew keine weitere Person an Bord.
Damit ist die ursprüngliche Spekulation, die Maschine könnte einen Bundeskanzler oder einen Minister zu einem privaten Aufenthalt auf die Seychellen gebracht haben, nicht bestätigt und nach den vorliegenden offiziellen Angaben falsch.
Die 14+03 war demnach kein Urlaubs-Shuttle der Bundesregierung.
Warum war die Maschine überhaupt unterwegs?
Auch dafür liefert das Verteidigungsministerium eine Erklärung.
Der Flug diente der Aus- und Weiterbildung der Besatzung. Geübt wurden unter anderem Verfahren beim Fliegen über unkontrolliertem Luftraum, besondere Anflugverfahren sowie der Flugbetrieb unter besonderen klimatischen Bedingungen.
Gerade die Region rund um den Äquator bietet dafür offenbar besondere Trainingsbedingungen.
Genannt werden vom Ministerium unter anderem die Äquatornähe, die innertropische Konvergenzzone und hohe Temperaturen.
Der Flug von Ägypten nach Réunion war damit nach offizieller Darstellung kein politischer oder privater Transportflug, sondern ein Ausbildungs- und Trainingsflug.
Aber warum steht die Maschine auf den Seychellen?
Hier wird es technisch.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums kam es während des Fluges zu einem technischen Problem.
Deshalb musste die Maschine auf den Seychellen zwischenlanden.
Die Behebung des Problems läuft nach Angaben des Ministeriums derzeit.
Damit erklärt sich auch, warum die Global 5000 nicht einfach weiter nach Réunion flog.
Der Aufenthalt auf Mahé ist nach dieser Darstellung also nicht das Ergebnis eines geplanten Urlaubsaufenthalts, sondern die Folge eines technischen Problems.
Die Besatzung ist wohlauf
Auch dazu gibt es eine klare Information:
Die Besatzung ist wohlauf.
Weitere Personen waren nach Angaben des Ministeriums nicht an Bord.
Damit gibt es nach aktuellem Kenntnisstand keinen Hinweis darauf, dass sich ein Mitglied der Bundesregierung mit dieser Maschine auf den Seychellen aufhielt.
Was bleibt von der ursprünglichen Vermutung?
Wenig – und genau das gehört zu einem seriösen Faktencheck dazu.
Die Beobachtung war real:
Eine deutsche Global 5000 der Flugbereitschaft befand sich auf Mahé.
Auch die Kennung der Maschine war erkennbar:
14+03.
Aus der Beobachtung allein wurde allerdings die Frage abgeleitet, ob möglicherweise der Bundeskanzler oder ein Minister auf den Seychellen sei.
Diese Vermutung hat sich durch die offizielle Antwort des Verteidigungsministeriums nicht bestätigt.
Im Gegenteil: Das Ministerium erklärt ausdrücklich, dass sich ausschließlich die Besatzung an Bord befand.
Fakten statt Fantasie
Genau hier liegt der Unterschied zwischen einer interessanten Beobachtung und einer belastbaren Nachricht.
Ein Regierungsflugzeug auf einer tropischen Insel kann zunächst verdächtig aussehen.
Es kann aber ebenso einen vollkommen technischen oder dienstlichen Grund geben.
In diesem Fall gibt es nun eine offizielle Erklärung.
Die 14+03 war nach Angaben des Verteidigungsministeriums auf einem Trainingsflug. Ein technisches Problem zwang die Maschine zur Zwischenlandung auf den Seychellen.
Kein Kanzler. Kein Minister. Kein Regierungsurlaub.
Zumindest nicht mit dieser Maschine.
Eine Frage bleibt trotzdem offen
Auch wenn die ursprüngliche Vermutung damit vom Tisch ist, bleibt ein kleiner journalistischer Rest:
Welches technische Problem hat die 14+03 zur Zwischenlandung gezwungen – und wie lange muss die Maschine auf Mahé bleiben?
Dazu macht das Verteidigungsministerium in seiner Antwort keine näheren Angaben.
Das ist nachvollziehbar, denn technische Details an militärischen Luftfahrzeugen müssen nicht zwangsläufig öffentlich gemacht werden.
Dennoch wäre es interessant zu erfahren, wann die Maschine ihre Reise nach Réunion fortsetzen kann.
Denn eines zeigt dieser Fall sehr deutlich:
Eine Beobachtung darf eine Frage auslösen. Aber erst die Fakten entscheiden über die Geschichte.
Und diesmal lautet das Ergebnis des Faktenchecks:
Behauptung: Bundeskanzler oder Minister mit Regierungsjet auf den Seychellen.
Faktencheck: Nicht bestätigt – nach offizieller Auskunft des Verteidigungsministeriums befand sich ausschließlich die Crew an Bord.
Behauptung: Die 14+03 steht auf Mahé.
Faktencheck: Bestätigt.
Behauptung: Die Maschine wurde wegen eines technischen Problems umgeleitet beziehungsweise musste auf den Seychellen zwischenlanden.
Faktencheck: Vom Verteidigungsministerium bestätigt.
Behauptung: Die Maschine war auf einem privaten Urlaubsflug.
Faktencheck: Falsch. Nach offizieller Darstellung handelte es sich um einen Trainingsflug der Flugbereitschaft.
Der Fall zeigt damit vor allem eines:
Nicht jede ungewöhnliche Beobachtung ist eine Affäre. Aber jede ungewöhnliche Beobachtung darf eine berechtigte Frage sein.
Und wenn eine offizielle Stelle darauf antwortet, gehört auch diese Antwort zur Geschichte.
Das ist Faktencheck.
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