Paul Ronzheimer: Der größte „journalistische“ Hetzer gegen die AfD?

Paul Ronzheimer: Der größte „journalistische“ Hetzer gegen die AfD?

Paul Ronzheimer polarisiert. Kaum ein anderer deutscher Journalist steht für eine derart konfrontative politische Berichterstattung – insbesondere wenn es um die AfD geht. Für seine Kritiker ist er längst zum Sinnbild eines Journalismus geworden, der nicht mehr nur berichten, sondern politisch kämpfen will.

Ist Paul Ronzheimer deshalb der größte „journalistische“ Hetzer gegen die AfD?

Das ist selbstverständlich eine zugespitzte Meinung. Aber genau diese Frage muss erlaubt sein.

Wenn Journalismus zum politischen Kampf wird

Journalisten sollen kritisch sein. Sie dürfen Politiker hart befragen, Widersprüche aufdecken und unbequeme Fragen stellen. Das gehört zu einer funktionierenden Demokratie.

Doch Kritik und politische Abrechnung sind nicht dasselbe.

Gerade bei der AfD entsteht bei vielen Zuschauern und Lesern der Eindruck, dass mit zweierlei Maß gemessen wird. Aussagen von AfD-Politikern werden besonders scharf seziert, während vergleichbare Aussagen anderer Parteien teilweise deutlich weniger Aufmerksamkeit bekommen.

Das Problem ist dabei nicht, dass die AfD kritisiert wird.

Das Problem beginnt dort, wo aus kritischer Berichterstattung eine politische Grundhaltung wird, die für den Zuschauer kaum noch von Aktivismus zu unterscheiden ist.

Ronzheimer und die AfD

Paul Ronzheimer ist kein unbekannter Name. Als Journalist und stellvertretender Chefredakteur der Bild hat er sich über Jahre einen Ruf als besonders meinungsstarker und konfrontativer Reporter aufgebaut.

Gerade seine Interviews mit Politikern sorgen regelmäßig für Diskussionen.

Bei AfD-Politikern wird dabei gerne nachgehakt, provoziert und zugespitzt. Das kann journalistisch vollkommen legitim sein.

Aber die entscheidende Frage lautet:

Würde dieselbe Härte auch dann angewendet, wenn der Gesprächspartner aus einer anderen politischen Ecke käme?

Genau hier liegt der Kern der Kritik.

Denn Journalismus sollte nicht davon abhängen, ob einem die politische Position des Gegenübers gefällt.

Die AfD ist keine verbotene Partei

All das gehört zur demokratischen Auseinandersetzung.

Aber solange eine Partei nicht verboten ist, hat sie Anspruch darauf, journalistisch behandelt zu werden wie jede andere demokratisch zugelassene politische Kraft.

Das bedeutet nicht, dass Journalisten freundlich oder unkritisch sein müssen.

Es bedeutet lediglich:

Kritik muss sich an denselben journalistischen Maßstäben messen lassen.

Die Macht der Schlagzeile

Besonders problematisch wird es, wenn politische Berichterstattung bereits durch die Überschrift eine bestimmte Richtung vorgibt.

Denn viele Menschen lesen heute nicht mehr den gesamten Artikel. Sie sehen eine Schlagzeile, ein Video oder einen kurzen Social-Media-Ausschnitt.

Damit bekommt der Journalist eine enorme Macht.

  • Wer entscheidet, welche Aussage zur Schlagzeile wird?
  • Welche Szene landet im Video?
  • Welche Frage wird gestellt?
  • Welche Antwort wird herausgeschnitten?
  • Welche Information steht am Anfang – und welche ganz am Ende?

Das sind keine nebensächlichen Entscheidungen.

Sie bestimmen, welches Bild beim Publikum entsteht.

Journalisten sind keine Aktivisten

Natürlich haben Journalisten politische Meinungen. Das wäre menschlich und kaum vermeidbar.

Aber gerade deshalb braucht es journalistische Selbstkontrolle.

Ein Journalist muss seinem Gesprächspartner nicht zustimmen.

Er muss ihn auch nicht mögen.

Aber er sollte ihm die Möglichkeit geben, seine Position darzustellen – selbst dann, wenn diese Position unbequem ist.

Denn Demokratie lebt nicht davon, dass wir nur die Meinungen hören, die uns gefallen.

Demokratie lebt davon, dass wir auch die Meinung des politischen Gegners aushalten.

Und genau deshalb ist Ronzheimer ein Symbol

Die Kritik an Paul Ronzheimer richtet sich deshalb nicht nur gegen eine einzelne Person.

Sie richtet sich gegen eine Entwicklung im politischen Journalismus.

Immer häufiger verschwimmen die Grenzen zwischen Nachricht, Kommentar, Aktivismus und politischer Unterhaltung.

Die Zuschauer sollen nicht nur informiert werden.

  • Sie sollen empört werden.
  • Sie sollen sich aufregen.
  • Sie sollen kommentieren, teilen und weiterdiskutieren.

Denn Empörung erzeugt Aufmerksamkeit.

Und Aufmerksamkeit erzeugt Klicks.

Doch ein Journalismus, der permanent auf maximale Empörung setzt, riskiert irgendwann seine wichtigste Währung: Glaubwürdigkeit.

Die eigentliche Frage

Vielleicht ist deshalb die Frage „Ist Paul Ronzheimer der größte ‚journalistische‘ Hetzer gegen die AfD?“ gar nicht die wichtigste.

Die wichtigere Frage lautet:

Wie viel politische Haltung verträgt Journalismus, bevor aus Berichterstattung politische Agitation wird?

Und diese Frage sollte nicht nur Ronzheimer gestellt werden.

Sie sollte jedem Journalisten gestellt werden – unabhängig davon, welcher Partei er kritisch gegenübersteht.

Denn Pressefreiheit bedeutet nicht, dass Journalisten keine Meinung haben dürfen.

Pressefreiheit bedeutet auch, dass Medien kritisch hinterfragt werden dürfen.

Wer Politiker täglich auf ihre Aussagen festnagelt, muss sich dieselbe Messlatte gefallen lassen.

Auch Journalisten.

Gerade Journalisten.

 

Paul Ronzheimer ist ein streitbarer Journalist, dessen konfrontativer Stil insbesondere in der Berichterstattung über die AfD immer wieder für Kritik sorgt.

Ob man ihn tatsächlich als den größten „journalistischen“ Hetzer gegen die AfD bezeichnet, bleibt eine zugespitzte politische Bewertung.

Fest steht jedoch:

Journalismus braucht keine politische Neutralität im Sinne von Meinungslosigkeit. Aber er braucht Fairness, Transparenz und gleiche Maßstäbe.

Und wenn diese Maßstäbe verloren gehen, darf man darüber reden.

Laut. Deutlich. Und ohne sich dafür bei den Medien entschuldigen zu müssen.

André Braselmann

Ich bin unabhängiger freier Journalist aus der Verbandsgemeinde Rülzheim in der Südpfalz.

  • Ich berichte über Ereignisse, Menschen und Entwicklungen aus unserer Region.
  • Meine journalistische Arbeit finanziert sich nicht durch staatliche Fördermittel.
  • Unabhängiger Journalismus lebt von der Unterstützung seiner Leserinnen und Leser.

Gute Berichterstattung entsteht nicht von selbst. Sie braucht Zeit, Recherche und direkten Kontakt zu den Menschen vor Ort.

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